Wie entstand die heutige Vereinsform?

Das Land, auf welchem sich heute unsere Sparte befindet ist ehemaliges "gräfliches Land", welches im Zuge der Bodenreform enteignet wurde.

In den Jahren 1946 bis 1949 wurde dieses enteignete Land in Parzellen aufgeteilt und größtenteils an "Heimatvertriebene", Aussiedler und arme Familien durch die Bodenreformkommission übereignet. Organisiert wurden sie im VdgB (Verband der gegenseitigen Bauernhilfe).

Mit der Bildung von landwirtschaftlichen Genossenschaften und dem Zusammen- legen privaten Eigentumes zum Genossenschaftseigentum mussten sich die Bodenreformeigentümer umorientieren. Zur selben Zeit entstand der VKSK ( der Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter).

In unserer Sparte und im "Rat des Kreises" entschied man sich für die Bei- behaltung der bestehenden Struktur. Somit war der Weg festgelegt, ein Kleingartenverein zu werden.                

Am 22. Mai 1954 gründete sich aus den damaligen Bodenreformeignern und Nutzern die "Kleingartensparte Pomßen", welche als "Ortsgruppe Pomßen" Mitglied im "VKSK Kreis Grimma" wurde.

Ursächlicher Grund hierfür war auch, Saatgut und Düngemittel günstig und staatlich gefördert für alle zu erwerben. Trotz des Status als Verein galt immer noch das Bodenreformeigentum.

Ab 1968 wurde in der damaligen DDR die Bildung des Volkseigentums forciert. Privateigentum wurde durch Verzichtserklärungen der Eigentümer und die Zusammenlegung zu Genossenschaften oder volkseigenen Betrieben weitestgehend verstaatlicht. Mit Überzeugung, Druck oder auch Enteignung.

Auch im Kleingartenwesen.

Hier erfolgte die Übertragung der Eigentumsrechte an den "VKSK", einen Verband, welcher in der DDR rechtsgebenden Stellenwert hatte.  Im Raum Grimma wurden Eigentumsrechte beispielsweise mittels Verzichtserklärung und Kreisratsbeschluss an den "VKSK Kreis Gimma" abgetreten.

Nach dem 3.10.1990 wurden die Kleingarten- und Verwaltungsverhältnisse gemäß Einigungsvertrag auf BGB und BKleingG umgestellt. ebenso die eigentumsrechtlichen Verhältnisse zurückverfolgt, wobei die Klärung des Eigentumes noch nicht abgeschlossen ist. Weiterhin erfolgte die Zerschlagung eines Machtorganes und die Auftrennung der einzelnen Bereiche des "VKSK" in eigene Verbände. Der Grund, das BKleingG schützt nur Kleingärtner und keine Siedler, Züchter und andere.

Für unsere Kleingartenanlage bedeutete dies alles, dass es zur Neuausrichtung einschließlich Satzung kommen musste. So hatte die Sparte seit ihrer Gründung, gerade in den 60 bis 70er Jahren, auch die Flächen verwaltet, welche der Kleintierzucht, dem Siedlungswesen und der Wohnbebauung vorbehalten waren.

Die heutige "Kleingartensparte Pomßen e.V." trat in die Rechtsnachfolge der alten Sparte ein und übernahm die Verwaltung der Flächen. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Behörden erfolgte in einm Planfeststellungsverfahren die Sicherung der verwalteten Fläche im Flächennutzungsplan Naunhofs und der Gemeinde als "Kleingartenland".

Heute ist die "Kleingartensparte Pomßen e.V.", als gemeinnützig anerkannter Kleingärtnerverein, Mitglied im "Regionalverband Muldental der Kleingärtner e.V.", welcher Rechtsnachfolger des "VKSK Grimma" und "VKSK Wurzen" ist.

Dies als grober Abriss, denn die Unterlagen unserer Vereinshistorie müssen und werden noch aufgearbeitet. Für Sie, für unser Ego, für unseren Verein.

Unsere Historie umfasst derzeit sehr bewegte 58 Jahre, doch wir wollen auch für spätere Generationen eine Zuflucht als Kleingartenverein bieten. Also muss sie weiter geschrieben werden.

Fangen wir doch damit an.